Von unterwegs gekaut: Das Neanderthal-Museum in Mettmann

Das Gebäude des Neanderthal-Museums. (Foto: Neanderthal Museum)

Im Neandertal bei Düsseldorf fanden Steinbrucharbeiter vor über 160 Jahren uralte Knochenfragmente. Der Gymnasialprofessor Johann Carl Fuhlrott identifizierte sie damals als Skelettreste eines eiszeitlichen Menschen, des Homo neanderthalensis. Heute kann man im Neanderthal-Museum, ganz in der Nähe des Fundorts, die Entwicklungsgeschichte der Neanderthaler sowie des Menschen (Homo sapiens) nachvollziehen.

Interaktive Reise zu den Wurzeln der Menschheit

Im modernen, ausgezeichneten Museumsbau erlebt der Besucher eine Zeitreise durch vier Millionen Jahre Menscheitsgeschichte. Die interaktive Dauerausstellung ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant und abwechslungsreich gestaltet.

Exponate mit Audiostationen (Foto: Neanderthal Museum)

Mit einem Kopfhörer ausgerüstet geht es auf einer 400 Meter langen, spiralförmigen Rampe vom Ergeschoss aus unmerklich immer weiter bergauf. An verschiedenen Stellen an der Wand oder in den Handläufen sind jeweils mehrere Kopfhörerbuchsen installiert, sodass sich die Besucher kurze Geschichten zu den Ausstellungsstücken anhören können. Für Kinder gibt es eigene Buchsen mit kindgerechten Hörtexten. Wer sich dabei hinsetzen möchte, kann sich auf einer der vielen Sitzbänke oder auf einem tragbaren Klapphocker niederlassen.

Das Skelett des „Turkana-Boys“ (Homo erectus) wurde 1984 in Kenia gefunden. (Foto: Neanderthal Museum)

Neben den Audiostationen gibt es viele Infotafeln mit Kurztexten, Bildern und Grafiken, Videobildschirme, 3D-Fotos, Originalexponate und Rekonstruktionen sowie nachgebaute Werkzeuge zum Ausprobieren. Besonders eindrucksvoll sind die lebensgroßen Figuren, Rekonstruktionen unserer menschlichen Vorfahren. Da gibt es zum Beispiel den „Turkana Boy“ (Homo erectus), „Lucy“ (Australopithecus afarensis) und „Mr. 4 %“ – ein Neanderthaler in moderner Kleidung.

Mr. 4 % versinnbildlicht, dass in uns modernen Menschen außerhalb Afrikas noch ein bis vier Prozent Neandertaler-DNA stecken (Foto: Neanderthal Museum)

Nach einer Einführung in die Entwicklungsgeschichte des Menschen, in der unteren Ebene des Museums folgen fünf Themenräume, in denen jeweils eine chronologische Kurzfassung der Menschheitsentwicklung erfolgt:

  1. Leben und Überleben
  2. Werkzeug und Wissen
  3. Mythos und Religion
  4. Umwelt und Ernährung
  5. Kommunikation und Gesellschaft
Rekonstruktion eines Neanderthalers (Foto: Neanderthal Museum)

Der Neanderthaler ist Schwerpunkt in jedem Themenraum.

Neanderthal-App

Wer ein Smartphone besitzt, kann sich auch die Neanderthal-App installieren, die alle wichtigen Informationen zum Museum und die Audiodateien enthält.

www.neanderthal.de/de/app.html

Vielfältige Angebote für Schüler und Lehrer

Das Museum hat sich auf museumspädagogische Konzepte spezialisiert. So gibt es für Schulklassen Führungen durch das Museum, Seminare, Aktivprogramme und Handwerks-Workshops. Lehrer können ihr Wissen in Lehrerfortbildungen auffrischen oder einen Museumskoffer für Projekttage im Museum buchen.

Kinder im Höhlenraum der Steinzeitwerkstatt ( Foto: Neanderthal Museum)

In der Steinzeitwerkstatt, einem Gebäude in der unmittelbaren Nähe des Museums, befinden sich drei Werkräume sowie wissenschaftliche Arbeitsräume und die Lehrsammlungen des Museums. Hier werden Workshops, Seminare und Ferienaktionen durchgeführt.

Original-Skelettreste in Bonn

Wer die originalen Skelettreste des Neanderthalers sehen möchte, muss nach Bonn fahren. Das Rheinische LandesMuseum Bonn hat die Gebeine des Neanderthalers nach Johann Carl Fuhlrotts Tod erworben. Im Neanderthal-Museum sind lediglich rekonstruierte Modelle des Neanderthaler-Skeletts zu sehen.

landesmuseum-bonn.lvr.de

Naturschutzgebiet Neandertal

Ein Besuch im Neanderthal-Museum lohnt sich. Es macht Spaß, ist interessant und regt zum Nachdenken an. Wer vor oder nach dem Museumbesuch noch Lust und Zeit hat, kann sich im Naturschutzgebiet Neandertal den Skulpturenweg und das Eiszeitliche Wildgehege anschauen.

Wisente im Eisezeitlichen Wildgehege (Foto: Neanderthal Museum)

Wunderschöne Wanderwege führen durch abwechslungsreiche Landschaft mit Hoch- und Talwiesen, bewaldeten Hängen und entlang der Düssel.

Anschrift und Website

Neanderthal Museum
Talstraße 300
40822 Mettmann

www.neanderthal.de