Kaugeräusche zu Gast bei Stallgespräch Alfter

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v. l. n. r.: Uschi (braunes Schaf), Klementine, Ulrike Kreysa (Stallgespräch Alfter) mit Herrn Böckli auf dem Arm, Schaf Luzi, Carmen Menn und Heike Stommel (Kaugeräusche.de), Hund Lilly

Anfang November besuchte die Redaktion Kaugeräusche die Lern- und Begegnungsstätte „Stallgespräch Alfter“, um Kaugeräusche von Tieren aufzunehmen. Mit etwas Ungewissheit und Vorfreude fuhren wir nach Alfter: Ob wir unsere Idee umsetzen können? Kommen wir überhaupt nah genug mit dem Mikrofon an die Tiere heran?

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Das Freigelände des Hofs Stallgespräch Alfter

Unsere Bedenken verschwanden, kurz nachdem wir das Hoftor öffneten. Wir wurden beim Eintreten in den Innenhof sofort freudig von zwei Hunden, einem Schaf und einer Katze begrüßt. Es handelte sich um die Hunde Cooky und Lilly, das Schaf Linchen und die Katze Rashida, alle sehr neugierig.

Das Schaf Linchen kaut Heu

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Das Schaf Linchen, eine Skudde (alte Haus-Schaf-Rasse)

Frau Kreysa, die Besitzerin des Hofs, begrüßte uns herzlich und erzählte uns, dass das Schaf Linchen mit der Flasche aufgezogen wurde und daher sehr auf Menschen fixiert ist. Sofort packten wir unsere Mikrofone, unseren Fotoapparat und unsere Smartphones aus, um das erste Tier-Kaugeräusch in Bild und Ton festzuhalten.

Wir hören, wie das Schaf Linchen Heu kaut:

 

Die Hühner picken Körner

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Das Seidenhuhn Alfons-die-Henne

Nachdem wir einige Zeit ganz fasziniert dem Schaf beim Kauen zugehört hatten, gingen wir weiter ins Freigelände. Hier trafen wir auf Frau Kreysas Hühner. Neben den „normalen“ Hühnern liefen dort zwei Seidenhühner herum: Alfons-die Henne und ihr Freund Bartholomäus. Als Frau Kreysa ein Plastikgefäß mit Körnern auf den Boden stellte, kamen alle Hühner schnell angerannt und begannen eifrig zu picken.

Hier hört ihr die Hühner beim Picken:

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Alfons-die-Henne und Pippa – Germanys next chicken

Seidenhühner sind kleiner als normale Hühner, haben ein fellartiges Federkleid und eine Federhaube auf dem Kopf. Die äußeren Federn der Seidenhühner besitzen keine Hakenstrahlen, die bei anderen Hühnern für ein zusammenhängendes Federkleid sorgen. So kommen sie ein wenig strubbelig daher. Außerdem sind die Federschafte sehr weich, weshalb Seidenhühner nicht fliegen können.

Die Kaschmirziege Herr Böckli kaut Gras und Blätter

Die Hühner, besonders die Seidenhühner, waren bereits ein optisches und akustisches Highlight, doch es gab noch etwas Entzückenderes: den kleinen, seidenweichen Kaschmirziegenbock Herr Böckli. Sein kindchenschemahaftes Aussehen und sein weiches Fell veranlasste uns, in regelmäßigen Abständen unser Entzücken preiszugeben: „Sooo süß!“, „Sooo  weich!“.

Wir haben Herrn Böckli beim Kauen von frischem Gras aufgenommen:

Hier ein paar Impressionen von Herrn Böckli:

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Alle schauen zu Herrn Böckli, dem kleinen Kaschmirziegenbock

 

Der kleine Ziegenbock war aber auch süß! Er ließ sich streicheln, umhertragen und genoss es, viel Aufmerksamkeit zu erhalten. Da waren die anderen Tiere bestimmt ein wenig neidisch auf ihn.

 

 

 

Der Ziegenbock Gustav kaut Heu

Besonders neugierig war ein weiterer Ziegenbock, der Gustav heißt. Wir wollten mit einem Mikrofon die Kaugeräusche von Gustav aufnehmen. Das erwies sich jedoch als unlösbare Aufgabe, denn Gustav fand das Mikrofon so interessant, dass er lieber daran schnupperte, als zu kauen. So begnügten wir uns damit, schöne Fotos von Gustav zu knipsen. Hier das Ergebnis:

Die Ziege Birgit kaut Brot

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Blick ins Maul von Luzi. Statt oberer Schneidezähne hat sie lediglich eine Kauplatte, genauso wie die Ziege Birgit.

Frau Kreysa, studierte Agrarwissenschaftlerin, erklärte uns, dass Ziegen und Schafe keine Schneidezähne im Oberkiefer besitzen. Sie benutzen hauptsächlich ihre Mahlzähne zum Zerkleinern von Nahrung. Dabei bewegen sie ihren Kiefer kreisförmig. Daher fällt ihnen das Zerkleinern großer, harter Futterstücke schwer. Das konnten wir eindrucksvoll bei der Ziege Birgit sehen, die versuchte, ein hartes Stück Brot zu kauen:

Hündin Lilly kaut einen Knochen

Anders als Wiederkäuer besitzen Hunde ein Raubtiergebiss mit jeweils zwei spitzen, langen Fangzähnen im Ober- und Unterkiefer. Mit den Reißzähnen durchtrennen sie beim Fressen Muskelstränge, Sehnen, Knorpel und Knochen. Sie liegen im hinteren Teil des Kiefers. Reißzähne sind besonders kräftig ausgebildet und funktionieren ähnlich wie eine Schere. Ihre Schneidezähne ganz vorne benutzen Hunde, um Fleisch vom Knochen abzunagen. Die Backenzähne im hinteren Kiefer dienen der Zerkleinerung der Nahrung. Sie bewegen ihren Kiefer auf und ab.

Die Hündin Lilly vom Hof Stallgespräch Alfter zeigte uns, wie sie einen Knochen zerkleinert:

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Das Kaninchen Orlanda

Das Kaninchen Orlanda kaut eine Möhre

Orlanda, ein Kaninchen der Rasse „Deutscher Riese“, freute sich über eine frische Möhre, die sie mit schnellen, nagenden Bissen kaute.

Kaninchen besitzen keine Eckzähne, sie haben ein Scherengebiss. Die Schneidezähne laufen aneinander vorbei, sodass Kaninchen Nahrung wie mit einer Schere zerteilen können.

Mit den Backenzähnen zermahlen sie die Nahrung, indem sie den Unterkiefer vor- und zurückbewegen.

Vielen herzlichen Dank an Ulrike Kreysa und ihre Tiere, die unser Kaugeräusch-Experiment so toll unterstützt haben!

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